Bäderkonzept der Stadt Voerde

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die FDP-Fraktion stellt für die kommende Sitzung des Stadtrates den nachfolgenden Antrag und bittet Sie, diesen auf die Tagesordnung der mit obiger Angelegenheit befassten Ausschüsse und des Stadtrates zu nehmen:

Der Stadtrat möge Folgendes beschließen:

1.                Die Stadt Voerde wird das Freibad und das Hallenbad – wie bisher – weiter betreiben.

2.                Beide Bäder erhalten die erforderliche Bestandssanierung

3.                Der Bürgermeister wird beauftragt,

a. die bestehenden Mängel beider Bäder mit den jeweiligen Kostenansätzen festzustellen und dem Stadtrat mitzuteilen,

b. festzustellen, welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand sofort,

c. welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand in den nächsten fünf Jahren

d. welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand in den nächsten 10 Jahren beseitigt werden müssen.

4.                Der Bürgermeister wird ferner beauftragt, nach  Erledigung der unter 3. a. bis d. genannten Feststellungen Gespräche mit dem Förderverein Freibad Voerde und anderen an der Erhaltung der Bäder interessierten Vereine und Gruppen sowie in Aussicht genommenen Sponsoren Gespräche darüber zu führen, wie  diese Kosten gedeckt werden sollen. Das soll auch für Betriebs- und Personalkosten gelten.

Begründung

Der Empfehlung des beauftragten Fachbüros, den Standort am derzeitigen Hallenbad zu nutzen und zu qualifizieren und dort ein optimiertes Wasserflächenangebot zu schaffen, das Freibad dagegen zu schließen, wird die FDP-Fraktion nicht folgen. Eine solche Lösung ist nicht sachgerecht und kann einem großen Teil unserer Bevölkerung aus den nachfolgenden Gründen  nicht zugemutet werden:

1.                Freibad Voerde und Hallenbad Friedrichsfeld sind an die  Schulzentren Süd und Nord angelehnte Sportanlagen mit dem Zweck, den Schülerinnen und Schülern das Schwimmen beizubringen und ihnen den Schwimmsport zu ermöglichen, also ähnlich den dort angesiedelten Sporthallen, die dem Sportunterricht dort dienen.

2.                Daneben dient das Hallenbad überwiegend der Bevölkerung von Spellen und Friedrichsfeld, während das Freibad mehr von der von Voerde, Möllen und den Rheindörfern besucht wird. Unter diesem Gesichtspunkt ist damals vom Rat  mehrheitlich der Standort des Hallenbades gewählt worden. Würde man also ein Bad schließen, würde man diesen Gesichtspunkt aufgeben. Das würde mit Sicherheit zu großem Ärger in der Bevölkerung führen.

3.                Hallenbad und Freibad sind Sportanlagen

Als solche sind sie wie Sporthallen und Sportplätze in Voerde zu behandeln, d.h. wenn es aus Kostengründen zu Schließungen solcher Anlagen kommen muss, müssen sie vom Grundsatz her gleich behandelt werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass in den letzten 10 Jahren in Deutschland fast 5000 Menschen ertrunken sind und Fachverbände davor warnen, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen (so p.toussaint@nrz.de), in Voerde nach dem Bericht eines Grundschulleiters eine erschreckend große Zahl von Kindern am Ende des 2. Schuljahres noch nicht das Schwimmen erlernt hat, muss die Schließung eines Bades wie die Schließung einer anderen Sportanlage  das letzte Mittel sein, um dem Sparzwang zu folgen.

4.                Das Freibad Voerde ist in Verbindung mit dem Schulzentrum Süd, dem Haus Voerde und dem in dieser Umgebung entstehenden Park ein bedeutender Teil Voerder Kulturlandschaft, der auch durch die schönste zusätzliche Wohnbebauung Voerde wesentlich ärmer machen würde.

5.                Es ist auch möglich, beide Bäder an ihren Standorten in Betrieb zu halten.

Bei der schlechten Finanzsituation kann in Voerde in den nächsten 10 Jahren kein Bad auf den neuesten Stand  der Badetechnik gebracht werden. Das muss es auch nicht. Beide Bäder erfüllen jetzt und auch in naher Zukunft ihren Zweck. Es gilt also, sie in diesem Zustand zu erhalten, zumindest für die nächsten etwa 10 bis 15 Jahre.

Dazu ist jedoch erforderlich, dass der  Bürgermeister die oben unter 3. genannten Aufträge erhält und er diese alsbald ausführt.

6.                Die Phase der Sanierung – nicht Modernisierung oder Optimierung -

sollte etwa 10 Jahre umfassen. Parallel dazu sollten Bürgermeister und Förderverein sowie andere interessierte Gruppen sich um Sponsoren und andere Geldgeber bemühen, die diese Maßnahmen fördern und sich dann auch an den laufenden Kosten beteiligen. Auch ehrenamtlicher Einsatz ist hier gefragt.

In ähnlicher Weise ist die Kirche Götterswickerhamm in etwa 10 Jahren und mit einem Aufwand von ca. 500.000,- € saniert worden. Was dort ohne jegliche Kreditaufnahme möglich war, sollte auch hier gelingen, wenn man die Sache ernsthaft angeht.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Benninghoff

Eine Antwort zu Bäderkonzept der Stadt Voerde

  1. visu-ell sagt:

    Ob man wirklich ein Freibad in Voerde braucht, wo es vielfältige Bademöglichkeiten in den Nachbarstädten und im Tenderingssee gibt, sollte man ruhig auch einmal hinterfragen dürfen. “Dies ist insbesondere auch deshalb gerechtfertigt, weil die Bevölkerungszahl Voerdes in dieser Zeit weiter erheblich abnehmen wird und wegen der Nothaushaltssituation die Aufgaben sich auf Pflichtaufgaben beschränken.” (Zitat) Aber ok, wenn sich das Bad durch Sponsoring tatsächlich halten lassen kann, wäre das natürlich schön.

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